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ar/ge kunst Galerie Museum Bozen

ar/ge kunst Galerie Museum Bozen

Die ar/ge kunst Galerie Museum ist ein privater Kunstverein, dessen Büro- und Ausstellungsräumlichkeiten sich im Zentrum der Bozner Altstadt befinden.

Die Zielsetzungen der ar/ge kunst Galerie Museum liegt in der Förderung zeitgenössischer Kunst, Architektur und neuer Medien, sowie in der Präsentation junger und neuer Kunstpositionen.

Die Galerie Museum präsentiert jährlich bis zu 7 Ausstellung regionaler und internationaler Künstler und organisiert begleitend zu den Ausstellungen Symposien, Seminare und Workshops, in denen aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Kunst reflektiert werden.

metro

Metro ist eine neue Präsentationsplattform der ar/ge kunst Galerie Museum. Metro wendet sich an kulturell tätige Menschen abseits der institutionsalisierten Räume. Metro fördert die Entstehung eines freien kulturellen Netzwerkes. Metro unterstützt eine breite, neue und spannende regionale Kulturlandschaft mit Gegenwartsbezug.

Rob Johannesma - World - Wielding

Vom 28. Januar bis 17 März 2012

Kuratiert von Luigi Fassi und Alberto Salvadori

Eröffnung Freitag, 27. Januar 2012 um 19 Uhr: Künstlergespräch zwischen Rob Johannesma und Claudio Giunta (unterrichtet Italienische Literatur an der Universität Trient)

Eine Kooperation zwischen ar/ge kunst Galerie Museum, Bozen - Marino Marini Museum, Florenz
Eröffnung im Museo Marino Marini: 03.02.2012

Die Ausstellung von Rob Johannesma (geboren 1970 in Amsterdam, lebt und arbeitet in Amsterdam) wurde von der ar/ge kunst Galerie Museum in Bozen in Kooperation mit dem Marino Marini Museum in Florenz entwickelt. Die erste Einzelausstellung des holländischen Künstlers in Italien findet zeitgleich in beiden Institutionen statt. Rob Johannesma widmet sich seit einigen Jahren der Erforschung der symbolischen und narrativen Möglichkeiten der fotografischen Reproduktion. Er stützt sich dabei auf eine ausgeklügelte Methode der vergleichenden Bildanalyse, die darauf abzielt, ein Resonanzverhältnis zwischen den Ikonen des geschichtlich-künstlerischen Erbes des Abendlandes und den Materialien des globalisierten Medienuniversums herzustellen. Die Textcodes, welche die abendländische visuelle Vorstellungswelt von der Renaissance bis heute geprägt haben, sind Gegenstand seiner Forschungsarbeit, die die Natur der gegenwärtigen fotografischen Bilder und ihre Wahrhaftigkeitshypothesen als geschichtliche Evidenz zu befragen versucht.

Johannesma verwendet für seine Arbeit vorwiegend Fotos der internationalen Tagespresse, die als Informationsquellen des internationalen Journalismus in direktem Kontakt mit dem Weltgeschehen stehen. Der Künstler bündelt und bewahrt diese Bilder als visuelle Materialien eines extrem beschleunigten Konsums, die innerhalb weniger Stunden nach ihrem Entstehen bereits alt und hinfällig sind. Es sind vor allem Bilder von Krieg und Gewalt, Szenen, die durch einen starken geopolitischen Inhalt geprägt sind.

Johannesma vergleicht in seinen Installationen die mechanische Reproduzierbarkeit der Bilder mit der ideellen Konstruktion der Geschichte mittels visueller Paradigmen der großen europäischen Maltraditionen, die er in der holländischen, flämischen und deutschen Renaissancekultur vorfindet.

Im Rahmen der Ausstellung wird auch die neue, monumentale Fotoarbeit "World-Wielding" (2012) gezeigt, die sich entlang der Reproduktion eines Schnappschusses, der im Mai 2011 in einer holländischen Tageszeitung publiziert worden war, mit dem Verhältnis zwischen zeitgenössischer Fotografie und Kunstgeschichte auseinandersetzt. Die Fotoarbeit zeigt das Skelett eines menschlichen Wesens, das in Srebrenica auf der Erde liegt. Es ist der Schauplatz des Massenmordes an bosnischen Moslems 1995 während des Bosnienkrieges. Der Künstler hat das Bild einem Prozess der Zersetzung und Wiederzusammensetzung unterzogen, indem er es unzählige Male neu fotografiert. Auf diese Weise verwandelt er das Foto in eine Textanalyse, die sich mit den verschiedenen Bedeutungen des Bildes in Bezug auf Chronik und Kunstgeschichte, aber auch mit der konzeptuellen Kraft der Fotografie in der zeitgenössischen Kunst auseinandersetzt.

Auf einem großen Tisch wird die Arbeit "Newspapers" (2012) ausgestellt. Dies ist eine Fotocollage, die der Künstler aus Materialien der Tagespresse zusammengetragen hat. Die Arbeit verfolgt die Logik der intuitiven Recherche, der Collagen, parallelen Interpretationen und Dissonanzen. Auf diese Weise wird die Arbeit zu einer Untersuchung auf dem Feld des ikonographischen Patrimoniums der abendländischen Kulturgeschichte. Geschichtsträchtige Landschaften, Reproduktionen von Kunstwerken sowie Schnappschüsse aus der internationalen Presse wechseln einander ab und bilden Reihen: dadurch erzeugen sie eine Vielzahl an Referenzen und Eindrücken, die in der Lage sind, die komplexe Ambiguität der Fotografie als Instrument zur Reproduktion des Realen herauszuarbeiten.

Zwei Videoarbeiten, "Blue and Orange" (1998) und "Untitled" (2002) vervollständigen die Ausstellung. Sie illustrieren den Zugang des Künstlers zu jenem Landschaftskonzept, das in seinem Verhältnis von Formen, Farben und Horizonten auf abstrakte und symbolische Weise kodiert wurde. Johannesma richtet sein Augenmerk hier auf zwei parallele Horizonte, auf eine spekulative und eine narrative Ebene. Er versucht, Fragmente und zerstreute, heterogene visuelle Einheiten zu einer möglichen Bedeutungseinheit zusammenzufügen. So lässt sich die Arbeit des holländischen Künstlers mit Aby Warburgs phantasmatischem Werk des Mnemosyne-Bilderatlanten vergleichen, geht es doch um die Erinnerung an das Verhältnis zwischen Bildern und Bedeutungen, aber auch um das vielseitige Modell, das Warburg zur Verwirklichung seiner großen ikonografischen Tafeln verwendete.

Mit freundlicher Unterstützung von:
Autonome Provinz Bozen, Südtirol, Deutsche Kultur
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Stadt Bozen, Amt für Kultur
Mondriaan Foundation, Amsterdam
Holländische Botschaft in Rom
Ente Cassa di Risparmio di Firenze
AMACI
Istituto Universitario Olandese di Storia dell'Arte, Firenze
Osservatorio per le Arti Contemporanee, Firenze

Info

ar/ge kunst Galerie Museum
Museumstr. 29 - 39100 Bozen
Tel. +39 0471 971601 - Fax +39 0471 979945
www.argekunst.it - www.argekunst-metro.com

Öffnungszeiten

Dienstag - Freitag: 10.00 - 13.00 Uhr und 15.00 - 19.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 13.00 Uhr
Montag geschlossen
Freier Eintritt