ar/ge kunst Galerie Museum

Die ar/ge kunst Galerie Museum ist ein privater Kunstverein, dessen Büro- und Ausstellungsräumlichkeiten sich im Zentrum der Bozner Altstadt befinden.
Die Zielsetzungen der ar/ge kunst Galerie Museum liegt in der Förderung zeitgenössischer Kunst, Architektur und neuer Medien, sowie in der Präsentation junger und neuer Kunstpositionen.
Die Galerie Museum präsentiert jährlich bis zu 7 Ausstellung regionaler und internationaler Künstler und organisiert begleitend zu den Ausstellungen Symposien, Seminare und Workshops, in denen aktuelle Tendenzen der zeitgenössischen Kunst reflektiert werden.
metro
Metro ist eine neue Präsentationsplattform der ar/ge kunst Galerie Museum. Metro wendet sich an kulturell tätige Menschen abseits der institutionsalisierten Räume. Metro fördert die Entstehung eines freien kulturellen Netzwerkes. Metro unterstützt eine breite, neue und spannende regionale Kulturlandschaft mit Gegenwartsbezug.
Flora
KünstlerInnen: Line Bergseth, Daniela Deinhard, Ettore Favini, Regula Dettwiler, Carla Mattii, Klaus Mosettig, Paolo Piscitelli, Ene-Liis Semper, Luzia Simons.
10. Mai - 28. Juni 2008
Ausstellungseröffnung: 9. Mai 2008, 19.00 Uhr.
Dienstag / martedí 27.05., 19 h
Regula Dettwiler, Vortrag in deutscher Sprache
Florilegium: aus der Naturgeschichte der artifiziellen Welt
Durch die Möglichkeiten der technischen Reproduktion hat sich der Begriff von Natur für den Menschen im letzten Jahrhundert grundlegend verändert. Ebenso fundamental hat sich die Situation des Menschen, der selber Natur ist, in der Natur verändert, also die Beziehung und Wechselwirkung der beiden. Natur ist als wesentliches Element unserer europäischen Kultur immer wieder kulturell umgedeutet worden.
Die Pflanze, im Speziellen die Blüte, ist Wahrzeichen und Sinnbild für Schönheit, aber gleichzeitig auch für Verletzlichkeit und Vergänglichkeit, und repräsentiert hier in besonderem Maße den Verlust des Ursprünglichen und den Eingriff des Künstlichen.
Anhand der gezeigten Werke soll die dialektische Wechselbeziehung zwischen Natur und Kultur, aber auch das Dilemma der Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen, evident werden.
Die Ausstellung "Flora" zeigt Werke von KünstlerInnen, welche sich in ihrer Arbeit und Recherche generell mit dem Thema Pflanzen, im Speziellen mit Blumen, beschäftigen.
Es werden Positionen und Zugangsweisen vorgestellt, welchen einerseits eine forschende, wissenschaftliche Recherche zum Thema Pflanzenwelt zugrunde liegt, und die sich aber nicht scheuen, in ihrer Umsetzung die Ästhetik und Schönheit der Pflanzen in ihrer poetischen Kraft in den Vordergrund zu stellen.
Anhand der gezeigten Werke wird die Galerie Museum in einen künstlichen Garten Eden verwandelt, der den Besucher vorerst eintauchen lässt in die besondere Ästhetik und sinnliche Präsenz der Pflanzenwelt, um ihm auf den zweiten Blick die andere Seite der Medaille zu präsentieren. Über diesen Weg soll eine Reflexion über Natürlichkeit und Künstlichkeit, Schönheit und Verfall, Sinnlichkeit und wissenschaftliche Beobachtung in die Wege geleitet werden.
Künstler und Künstlerinnen
Anhand von lebenden, jeweils einzeln in Gläsern eingefrischten Blüten, die in Gruppen nach bestimmten Kriterien wie Sorte, Farbe, Geruch getrennt und in immer neuen Variationen zusammengefügt werden, erkundet Line Bergseth deren Interaktion mit dem Ausstellungsraum, während ihre Malereien in ihrer Abstraktion an Ansichten von Pflanzen unter dem Mikroskop erinnern.
Luzia Simons führt uns anhand ihrer großformatigen Scannogramme das Blühen und Verwelken von Pflanzen mit stechender Schärfe und in übernatürlich großen Dimensionen vor Augen. Die Bilder sind beherrscht von einem Pathos der Vergänglichkeit und der Trauer um die in ihrer vermeintlichen Pracht schon verlorene Schönheit.
Das Thema der Vergänglichkeit alles Natürlichen wird in den Blütenbildern von Daniele Deinhard besonders deutlich. Die mit großer Hingabe gesammelten und geordneten Blütenblätter schweißte die Künstlerin hinter Plastikfolie ein. Der Akt des Konservierens beinhaltet das Wissen um den drohenden Verfall.
Regula Dettwiler's Arbeiten kreisen inhaltlich um die Simulation von "Natur", indem sie künstliche Blumen als kreative Interpretationen von biologischen Strukturen in ihre Bestandteile zerlegt und nach wissenschaftlichen Kriterien auflistet.
Die Eingriffe des Menschen in Natur und Landschaft bzw. die Überschneidungen zwischen dem Natürlichen und dem kulturell Entstandenen werden in den Werken der Künstlerin Carla Mattii thematisiert. Die Künstlerin zerteilt reale Pflanzen in ihre Bestandteile, und setzt sie als künstliche Nachbildungen zu neuen, faszinierenden Naturkonstrukten zusammen.
Klaus Mosettig stellt mit seinen Apfelbaum-Installationen ebenfalls den Begriff des Natürlichen in Frage und zeigt gleichzeitig auf, wie sich das Künstliche am Natürlichen bildet. Der Sinn technischen Handelns ist es, die Natur zu beherrschen, um sie nutzen zu können, gleichzeitig aber auch, eine ästhetische Natur entstehen zu lassen.
Das Thema der obsessiven Vernichtung alles Unkontrollierbaren in unserer natürlichen und sozialen Umwelt bespricht Paolo Piscitelli in seiner Arbeit "some prefer nettles" am Beispiel der als Unkraut eingestuften Brennessel, welche er als Videoprojektion den Galerieraum überwuchern lässt.
Hingegen ist die historische Verknüpfung zwischen der wuchernden Pflanzenwelt und dem (zu zähmenden) weiblichen Körper Inhalt der Videoarbeit "Oasis" von Ene-Liis Semper.
Ettore Favini involviert das Publikum in ein Kunstprojekt mit sozialem Charakter, indem er einen Spielautomaten vor den Eingang der Galerie stellt, welcher kleine Sphären mit Pflanzensamen samt Beschreibung beinhaltet, die das Publikum mitnehmen kann, um ihr (urbanes) Umfeld mit Pflanzen und Grünflächen neu zu gestalten.
Info
ar/ge kunst Galerie Museum
Museumstr. 29 - 39100 Bozen
Tel. +39 0471 971601 - Fax +39 0471 979945
www.argekunst.it - www.argekunst-metro.com
Dienstag - Freitag: 10.00 - 13.00 Uhr und 15.00 - 19.00 Uhr
Samstag: 10.00 - 13.00 Uhr