Jeantex-Tour-Transalp
Vom 27. Juni bis 3. Juli 2010
Die Jeantex-Tour-Transalp ist Europas bedeutendstem Rennrad-Etappenrennen über die Alpen. Dabei handelt es sich um ein Etappenrennen über die Alpen für Rennrad-Zweierteams. Traditionsgemäß durchquert der Radtross auch Südtirol.
Bei der Jeantex-TOUR-Transalp wird in Zweierteams gestartet. Die Teamwertung erfolgt in fünf verschiedenen Kategorien: Herren, Damen, Mixed, Masters (Herren, zusammen über 80 Jahre) und Grand Masters (Herren, zusammen über 100 Jahre). Auf die jeweils 3 besten Teams in der Gesamtwertung jeder Kategorie wartet am Ende der Tour ein Preisgeld.
Rund 1.100 Teilnehmer starten zu Europas spektakulären Rennrad-Etappenrennen für Jederman. Vom neuen Startort Mittenwald in Bayern geht es in sieben Tagesetappen durch Österreich, Südtirol und das Trentino bis nach Arco, unweit des Gardasees gelegen.
Unter den Teilnehmern befinden sich 36 Südtiroler. Darunter auch die zweifachen Sieger Werner Weiss und Andreas Laner. Der Zweitplatzierte von 2008 und 2009, Philipp Götsch, startet heuer im Team mit dem früheren österreichischen Meister Hanspeter Obwaller.
Konkurrenz bekommen die beiden Teams von Michael Tumler und Ivo Zulian. Stephan Unterthurner geht mit dem Trentiner Urgestein Silvano Janes in der Master-Kategorie an den Start.
In der Kategorie Mixed starten zwei starke Damen: Saskia Santer nimmt das Rennen "nur zum Spaß" auf und zwar zusammen mit ihrem Freund, während die starke Mountainbikerin Barbara Oberdorfer mit Stefan Thaller, einem ehemaligen deutschen Rennradprofi, in der Mixed-Kategorie antritt.
Die Strecke führt in diesem Jahr durch die faszinierenden Dolomiten mit traumhaften Panoramen und Anstiegen von bis zu 19 Prozent. Mit insgesamt 776 Kilometern ist die 8. Jeantex-TOUR-Transalp zwar relativ kurz, hat aber mit 19.928 Gesamthöhenmetern die meisten Höhenmeter in ihrer bisherigen Geschichte zu bieten.
Drei Etappen führen in diesem Jahr durch Südtirol: Die zweite von Sölden über 124 km und knapp 3000 Höhenmeter nach Brixen, die dritte von Brixen über 85 km nach St. Vigil in Enneberg (2.938 hm) und die fünfte von Alleghe über 115 km und 2.799 hm nach Kaltern.
- Etappe 1: Mittenwald (D) - Sölden (A): 115,19 km, 2496 Höhenmeter
- Etappe 2: Sölden (A) - Brixen (I): 123,86 km, 2988 Höhenmeter
- Etappe 3: Brixen (I) - St. Vigil (I): 85,08 km, 2938 Höhenmeter
- Etappe 4: St. Vigil (I) - Alleghe (I): 129,84 km, 3449 Höhenmeter
- Etappe 5: Alleghe (I) - Kaltern (I): 115,10 km, 2799 Höhenmeter
- Etappe 6: Kaltern (I) - Trient (I): 118,43 km, 3055 Höhenmeter
- Etappe 7: Trient (I) - Arco (I): 88,31 km, 2203 Höhenmeter
Gesamtstrecke: 776 km, Gesamthöhenmeter: 19.928 Höhenmeter.
Werner Weiss aus Eppan und Andreas Laner aus Gais haben die Rennrad-Transalp bereits 2008 und 2009 gewonnen. "Wir haben uns wieder optimal vorbereitet", so Weiss, der im Februar ein Trainingslager auf Mallorca absolviert hat. "Andreas hat letzte Woche einen Meeresurlaub eingeschoben, um den Kopf ganz frei zu bekommen". Etwa 12.000 Trainingskilometer haben die Seriensieger in der Vorbereitung zurückgelegt.
Weiss/Laner starten heuer erstmals in der Master-Kategorie (zusammen über 80 Jahre), wo sie auf den Marlinger Stephan Unterthurner und den Trentiner Silvano Janes treffen. Unterthurner/Janes sinnen auf Revanche, nachdem sie im letzten Jahr Probleme hatten, weil sie es nicht gewohnt waren, im Team zu fahren.
Obwohl Weiss und Laner Kategorie gewechselt haben, wollen sie dennoch mit den jüngeren Teilnehmern der Herren-Kategorie mithalten, wenn nicht sogar die beste Gesamtzeit nach sieben Etappen erzielen. "Das ist unser Hauptziel", sagt Werner Weiss, "auch wenn wir heuer nicht mehr um das Gelbe-, sondern um das Grüne Trikot fahren".
Als stärkste Konkurrenten um die Gesamtbestzeit werten die Routiniers Philipp Götsch und Hanspeter Obwaller. Götsch, der vor knapp zehn Tagen den Dolomiten-Marathon in Lienz gewonnen hat, bildet heuer ein Team mit dem ehemaligen Sieger der Österreich-Rundfahrt. 2008 und 2009 fuhr Götsch noch mit Manuel Hillebrand (die beiden wurden zwei Mal Zweite hinter Laner/Weiss). Als "sehr stark, aber etwas unerfahren" werten Weiss/Laner auch das Duo Michael Tumler (Meran) und Ivo Zulian (Fassatal).
Mit Saskia Santer und Barbara Oberdorfer bestreiten zwei bekannte Südtiroler Ausdauersportlerinnen die Alpenüberquerung mit dem Rennrad. Mit unterschiedlichen Partnern starten sie in der Mixed-Kategorie: Die ehemalige Langläuferin und Biathletin aus Toblach "nur zum Spaß" mit ihrem deutschen Freund, die starke Mountainbikerin aus Bozen mit Stefan Thaller, einem ehemaligen deutschen Rennradprofi. "Ich möchte nicht nur mitfahren, sondern vorne dabei sein", sagt Barbara Oberdorfer, "und zum Abschluss meiner Karriere einen Höhepunkt setzen". Zu ihren schärfsten Rivalen zählt Oberdorfer die mehrmaligen Radcross-Weltmeister Hanka Kupfernagel und Jens Schwedler aus Deutschland.
Etappe 1: Mittenwald (D) - Sölden (A): 115,19 km, 2496 Höhenmeter
Philipp Götsch aus Dorf Tirol und sein österreichischer Partner Hanspeter Obwaller legten die 1. Etappe von Mittenwald über 115 km und 2.496 Höhenmeter nach Sölden in 3 Stunden und 31 Minuten zurück und distanzierten die zweitplatzierten Österreicher Markus Götz und Michael Schweiger um knapp zehn Minuten. Auf Rang Drei kam der Meraner Michael Tumler zusammen mit seinem Partner Ivo Zulian aus dem Fassatal (+10.13 Minuten).
In der Master-Kategorie gewannen Werner Weiss auus Eppan und Andreas Laner aus Gais. Die zweifachen Transalpsieger (2008, 2009) erzielten sogar die zweite Gesamtzeit (3:34.24), mit nur dreieinhalb Minuten Rückstand auf das Duo Götsch/Obwaller. Weiss/Laner waren um 2 Minuten und 27 Sekunden schneller als ihre schärfsten Widersacher, Stephan Unterthurner aus Marling und Silvano Janes aus dem Trentino, die Zweite wurden. Auf Platz sechs kamen Günther Frena und Andreas Irsara aus dem Gadertal.
Die starke Bozner Mountainbikerin Barbara Oberdorfer erzielte in der Mixed-Kategorie gemeinsam mit ihrem deutschen Partner, dem ex-Profi Stefan Thaller, Rang drei, mit einem Rückstand von 10 Minuten auf die Sieger.
Bei den Damen fuhr die zweimalige Siegerin der Dolomiten-Rundfahrt, Sabine Gandini aus Brixen, mit ihrer Teamkameradin Lisa Pleyer aus Österreich auf Platz vier.
Etappe 2: Sölden (A) - Brixen (I): 123,86 km, 2988 Höhenmeter
Die zweite Etappe führt von Sölden über 123,86 km und knapp 3000 Höhenmeter nach Brixen. Dabei müssen die TeilnehmerInnen den höchsten Punkt der Transalp, das Timmelsjoch (2.509 Meter), überqueren. Die Ankunft der schnellsten Fahrer ist um ca. 12.40 Uhr auf dem Domplatz in Brixen vorgesehen.
Philipp Götsch aus Dorf Tirol und sein Salzburger Partner Hanspeter Obwaller gewannen auch die zweite Etappe souverän. Sie legten den zweiten Teilabschnitt in 3 Stunden und 43 Minuten zurück und erreichten dabei ein Stundenmittel von 32 kmh. In der Gesamtwertung liegen sie 21 Minuten vor dem österreichischen Duo Markus Götz und Michael Schweiger. Auf Rang vier klassierten sich der Meraner Michael Tumler und sein Teampartner aus dem Fassatal Ivo Zulian (+16.25 Min).
"Bis zum Timmelsjoch fuhren wir gemeinsam mit Werner Weiss und Andreas Laner", sagt Philipp Götsch. "Die beiden haben in den Abfahrten allerdings zu viel riskiert, weswegen wir unser eigenes Tempo gewählt haben".
In der Master-Kategorie widerholten Werner Weiss aus Eppan und Andreas Laner aus Gais ihren Vortagssieg. Sie erzielten dabei erneut die zweite Gesamtzeit hinter Götsch/Obwaller (+7.35). Sie stürzten allerdings kurz vor dem Ziel und zogen sich dabei Abschürfungen an den Beinen und an der Schulter zu und mussten verarztet werden. Nach 3 Minuten und 44 Sekunden trafen ihre schärfsten Widersacher, Stephan Unterthurner (Marling) und Silvano Janes (Trentino), im Ziel auf dem Domplatz ein. Die beiden liegen in der Gesamtwertung nach zwei Etappen 6 Minuten und 12 Sekunden zurück.
In der Mixed-Kategorie kamen die starke Bozner Mountainbikerin Barbara Oberdorfer und ihr deutscher Teampartner, der ex-Profi Stefan Thaller, auf Rang drei.
Bei den Damen verbesserte sich die zweimalige Siegerin der Dolomiten-Rundfahrt, die Brixnerin Sabine Gandini, mit ihrer Teamkameradin Lisa Pleyer aus Österreich vom gestrigen vierten auf den heutigen zweiten Platz.
Walter Platzgummer aus Naturns kam bei den Grand Masters zusammen mit dem Margreider Marco Poier erneut auf Platz zwei.
Etappe 3: Brixen (I) - St. Vigil (I): 85,08 km, 2938 Höhenmeter
Die Strecke führt über St. Andrä, das Würzjoch, Zwischenwasser, Olang und den Furkelpass bis nach St. Vigil.
Mit drei Siegen und drei Podestplätzen setzten die Südtiroler ihren Siegeszug mit dem Rennrad fort. Auf der dritten Etappe von Brixen über 85 km und knapp 3000 Höhenmeter nach St. Vigil gewannen sie in den Kategorien Herren, Master und Grand Master. Die Damen belegten den zweiten- und die Mixed den dritten Platz.
"Philip Götsch fährt derzeit überirdisch", erklärte Rennleiter und Transalp-Ideator Uli Stanciu im Ziel. In der Tat: Der 24-jährige Dorf Tiroler fuhr abschnittsweise sogar seinem Teampartner auf und davon. Gemeinsam mit dem 39-jährigen Salzburger Hanspeter Obwaller legte er die Strecke in 3:14 Stunden zurück und gewann souverän. "Es ist super gelaufen", sagt Philip Götsch. "Unser Dank gilt auch den Sponsoren, die unsere Teilnahme erst ermöglicht haben".
Mit der zweiten Gesamtzeit und vier Minuten Rückstand auf die Herrensieger kamen die ersten Masterfahrer, Stephan Unterthurner (Marling) und Silvano Janes (Trentino), ins Ziel. Sie distanzierten die Zweitplatzierten Werner Weiss und Andreas Laner, Sieger auf der ersten und zweiten Etappe, um 9.27 Minuten und übernahmen die Führung in der Gesamtwertung.
"Der heutige Sieg war schön und unerwartet und auch ein bisschen vom Pech der anderen abhängig", erzählt Stephan Unterthurner. Mit drei Plattfüßen war das Duo Laner/Weiss nach dem gestrigen Sturz heute wieder vom Pech verfolgt. "Es will heuer einfach nicht sein", so Werner Weiss im Ziel. "Wir werden aber weiterkämpfen. 3.15 Minuten Rückstand kann man noch aufholen".
Zum Rennverlauf: Von Brixen bis zum Würzjoch fuhren drei Teams (sechs Fahrer) gemeinsam: Philip Götsch/Hanspeter Obwaller, Werner Weiss/Andreas Laner und Stephan Unterthurner/Silvano Janes. Laner/Weiss hatten in der Abfahrt einen technischen Defekt und fielen zurück. Unterthurner/Janes konnten bis Olang mithalten. Dann haben Götsch und Obwaller das Tempo erhöht, um alleine als Erste durchs Ziel zu fahren.
Sabine Gandini und Lisa Pleyer kamen mit acht Minuten Rückstand auf Milena Landtwing (CH) und Danièle Troesch (FRA) in der Damen- Klasse als Zweite ins Ziel. Sie belegen diesen Rang auch in der Gesamtwertung.
Nach zwei zweiten Plätzen gelang dem Transalp-Routinier Walter Platzgummer und seinem Teampartner Marco Poier in der Grand-Master-Kategorie der erste Etappensieg. "Wir verstehen und von Tag zu Tag besser und das wirkt sich auf das Ergebnis aus", sagt der Naturnser.
Barbara Oberdorfer aus Bozen und Stefan Thaller aus Regensburg sind in der Mixed-Kategorie mittlerweile auf den dritten Platz abonniert. Sie wurden zum dritten Mal Dritte. "Lieber würde ich derzeit meinen Radsattel mit dem Bürostuhl tauschen", sagt die sichtlich zufriedene Spitzenmountainbikerin.
Auf dem Kirchplatz in St. Vigil begrüßte Skistar Manfred Mölgg die 1200 Teilnehmer. "Ich bin beeindruckt. Es ist unglaublich, welche Strapazen die Jedermänner auf sich nehmen. Vielleicht begleite ich sie morgen ein Stück des Weges", so der Weltcupsieger von Garmisch, der in etwa 1500 Trainigskilometer mit dem Rennrad in den Beinen hat.
Etappe 4: St. Vigil (I) - Alleghe (I): 129,84 km, 3449 Höhenmeter
Es handelt sich dabei um die Königsetappe. Die 1200 Teilnehmer müssen dabei das Grödner-, Sella- und Pordoijoch, den Falzarego- und Giaupass überwinden.
Auch die 4. Etappe von St. Vigil nach Alleghe (BL) war an Spannung kaum zu überbieten. Die Südtiroler haben auf der Königsetappe in den Kategorien Herren, Masters und Grand Masters gewonnen und zudem drei weitere Podestplätze errungen. In der Kategorie Masters hat es wieder einen Führungswechsel gegeben.
Philip Götsch (Dorf Tirol) und Hanspeter Obwaller (Salzburg) haben bei den Herren den vierten Sieg in Folge erzielt. In der Gesamtwertung liegen sie, drei Etappen vor Schluss, mit 42 Minuten Vorsprung auf Markus Götz und Michael Schweiger aus Österreich in Führung. "Heute war der schlimmste Tag von allen, ich habe am letzten Pass voll den Einbruch erlitten. Gut war, dass Philip vorher so viel Tempo gemacht hat, dass wir guten Vorsprung hatten. Die letzte Abfahrt bin ich dann nur noch im Delirium runter gefahren, ich bin froh, dass wir es geschafft haben", sagt Hanspeter Obwaller. Der zweite Platz ging an den Meraner Michael Tumler und den Fassaner Ivo Zulian (+ 5.18 Minuten).
Mit der zweitbesten Gesamtzeit fuhren die beiden Masterfahrer Werner Weiss und Andreas Laner durchs Ziel in Alleghe (+3.46 Minuten). Der Eppaner und der Gaiser eroberten damit wieder die Führung in der Masterkategorie zurück, wo sie nun einen Vorsprung von 1.25 Minuten auf das Verfolgerduo Stephan Unterthurner (Marling) und Silvano Janes (Trentino) aufweisen. "Mit drei platten Reifen waren wir gestern vom Pech verfolgt", sagt Werner Weiss. "Heute hat es leider Silvano Janes erwischt, der am Giaupass gestürzt ist".
Sabine Gandini (Meran) und Lisa Pleyer (A) verloren in der Damenkategorie 13.34 Minuten auf die Siegerinnen, Milena Landtwing (CH) und Danièle Troesch (FRA), und wurden Dritte. Sie konnten allerdings ihren zweiten Rang in der Gesamtwertung um 3.48 Minuten verteidigen.
Zweiter Etappensieg für den Transalp-Routinier Walter Platzgummer aus Naturns und seinen Teampartner Marco Poier aus Margreid in der Grand-Masters-Kategorie. Damit haben die beiden Südtiroler auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen, wo sie einen Vorsprung von 4.13 Minuten auf die Deutschen Peter Hafenrichter und Erwin Hickl haben.
Barbara Oberdorfer aus Bozen und Stefan Thaller aus Regensburg wurden in der Mixed-Kategorie Fünfte, verteidigten aber den dritten Gesamtrang.
Etappe 5: Alleghe (I) - Kaltern (I): 115,10 km, 2799 Höhenmeter
Von Alleghe rollt der Tross neutralisiert bergab bis Cencenighe. Anschließend geht es sanft bergauf durch Falcade und über steile Rampen in engen Serpentinen über den Passo San Pellegrino. Die Abfahrt Richtung Fassatal ist deutlich weniger steil und bietet mit seinen langen Geraden die Gelegenheit für hohe Abfahrtsgeschwindigkeiten. Es folgt der Anstieg zum Karerpass, danach die Abfahrt nach Birchabruck und ein weiterer Anstieg nach Deutschnofen. Zum Schluss geht es in einer langen Abfahrt noch einmal runter auf knapp 400 Höhenmeter bevor die Teilnehmer nach einem kurzen Anstieg über die Ziellinie in Kaltern rollen.
Zwei neue Südtiroler Teams trugen sich in die Siegerlisten ein. Bei den Herren gewann erstmals das Duo Michael Tumler/Ivo Zulian (Jeantex-Ghost) und in der Mixed-Kategorie das SCOTT Ragazzi-Team, bestehend aus Barbara Oberdorfer und Stefan Thaller. Keine Veränderung gab es an der Spitze des Gesamtklassements.
Die Südtiroler Masterfahrer Werner Weiss und Andreas Laner erzielten mit 3:29 Stunden die schnellste Zeit, knapp vor den Herrensiegern Michael Tumler aus Meran und Ivo Zulian aus dem Fassatal. Mit der dritten Gesamtzeit fuhren die Sieger der ersten vier Etappen, Philip Götsch und Hanspeter Obwaller durchs Ziel.
Götsch und Obwaller führen in der Herren-Gesamtwertung vor den letzten beiden Etappen mit 47 Minuten Vorsprung auf Michael Tumler und Ivo Zulian. In der Master-Kategorie bauten Werner Weiss und Andreas Laner ihren Vorsprung gegenüber Stephan Unterthurner und Silvano Janes auf 6.32 Minuten aus.
In der Mixed-Klasse gelang der Boznerin Barbara Oberdorfer und dem Regensburger Stefan Thaller nach drei dritten und einem fünften Platz mit einer Zeit von 3:53:45 Stunden der erste Sieg. Den beiden gelang es sogar die mehrfachen Querfeldein-Weltmeister Hanka Kupfernagel und Jens Schwedler aus Deutschland hinter sich zu lassen. In der Gesamtwertung belegen sie nun den zweiten Platz. "Ich hatte heute einen rabenschwarzen Tag", erklärte Hanka Kupfernagel, die aufgeben musste. "Hut ab vor allen, die die Jeantex-TOUR-Transalp durchfahren".
Bei den Grand-Masters verloren Walter Platzgummer und Marco Poier im Sprint gegen Erwin Hickl und Peter Hafenrichter und wurden Zweite. In der Gesamtwertung liegen sie weiterhin mit 3.58 Minuten in Führung.
Das Südtiroler Damenteam ist indes nicht mehr im Rennen. Sabine Gandini aus Brixen, die mit Ihrer Teamkameradin Lisa Pleyer bisher den zweiten Gesamtrang belegt hatte, konnte wegen eines Infektes im Schambereich in Alleghe nicht an den Start gehen. "Die Gesundheit geht vor", sagte Gandini, der die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand, weil sie körperlich in exzellenter Form war und einen Podestplatz im Visierhatte. "Ich hoffe, dass ich mich rasch erhole, weil ich in zwei Wochen ein schwieriges Bergrennen in den USA bestreiten werde", so die Bergspezialistin.
Etappe 6: Kaltern (I) - Trient (I): 118,43 km, 3055 Höhenmeter
Zunächst geht es von Kaltern aus über eine neue Strecke zurück durch das Etschtal nach Neumarkt und dann hinauf nach Truden. Auf diesem ziemlich steilen Abschnitt wird klar, warum die diesjährige TOUR-Transalp mit rund 782 Kilometern zwar relativ kurz, aber mit 19.959 Höhenmetern zu den anspruchsvollsten in ihrer bisherigen Geschichte gehört. Von Truden geht es über den flachen San Lugano-Pass ins Fleimstal nach Molina und schließlich auf einer schmalen, gewundenen Straße über den einsamen Manghenpass. Die darauf folgende, lange Abfahrt ist die pure Höhenmeter-Vernichtung: Von über 2.000 Meter Höhe geht es durch das Val Sugana nach Trient auf etwa 200 Meter Höhe.
Südtiroler Siege gab es in den Kategorien Herren, Masters und Grand Masters. Dazu einen zweiten Platz in der Mixed- und Master-Klasse.
Mit 14.30 Minuten Vorsprung auf die Österreicher Markus Götz und Michael Schweiger durchquerten Philipp Götsch aus Dorf Tirol und Hanspeter Obwaller aus Salzburg als Erste das Ziel auf dem Domplatz in Trient. Es war dies ihr fünfter Sieg. Dritte wurden Michael Tumler aus Meran und Ivo Zulian aus Soraga im Fassatal. Der Vorsprung von Götsch und Obwaller auf das Verfolger-Duo Zulian/Tumler beträgt in der Gesamtwertung 1:01 Stunden.
"Philip ist wieder wahnsinnig gefahren", sagte Hanspeter Obwaler im Ziel. "Und ich war der einzige, der ihm folgen konnte. Jetzt sollte der Vorsprung reichen, morgen kann ich die Etappe dann hoffentlich mal genießen". Götsch und Obwaller waren bereits hinauf nach Truden ausgerissen und konnten dann bis auf den Manghen-Pass einen Vorsprung von zehn Minuten auf die Verfolger herausholen, den sie im Suganatal noch weiter ausgebaut haben.
Die schnellsten Masterfahrer waren am Freitag Stefan Unterthurner (Marling) und Silvano Janes (Povo, TN). Sie legten die Strecke in 3:53:42 Stunden zurück. Damit konnten sie in der Gesamtwertung sechs Sekunden auf die Führenden, Werner Weiss und Andreas Laner, aufholen. In der Gesamtwertung liegen sie vor der letzten Etappe allerdings 6.26 Minuten hinter den zweimaligen Gesamtsiegern.
Bei den Grand-Masters gewannen Walter Platzgummer aus Naturns und Marco Poier aus Margreid. Sie distanzierten die Zweitplatzierten Erwin Hickl und Peter Hafenrichter aus Deutschland um 42 Sekunden und bauten den Vorsprung im Gesamtklassement auf 4.41 Minuten aus.
Das SCOTT Ragazzi-Team, bestehend aus Barbara Oberdorfer (Bozen) und Stefan Thaller (Regensburg), belegte in der Mixed-Kategorie den zweiten Rang hinter Claudia Till und Willi Herbst aus Deutschland. In der Gesamtwertung verteidigte das Südtirol-bayerische Team den zweiten Platz. "Wir haben nach dem gestrigen Sieg ein bisschen gefeiert", sagt Barbara Oberdorfer, "deshalb hatten wir heute schwere Beine".
Etappe 7: Trient (I) - Arco (I): 88,31 km, 2203 Höhenmeter
Auf der letzten Etappe fahren die Teilnehmer über die prominente Strecke des großen Autorennens "Trento – Bondone".
Auf der komplett gesperrten Bergstraße geht es zunächst über 1.400 Höhenmeter auf den Monte Bondone hinauf, dem markanten Berg mit der großen Sendeanlage auf dem Gipfel. Nach der Abfahrt ins Sarcatal führt die Strecke anschließend hinüber nach Ponte Arche. Die nahe Zielankunft spornt die Teilnehmer noch einmal für den letzten flachen Anstieg zum Ballino-Pass an. Mit einem grandiosen Ausblick über den Gardasee rollen die Teilnehmer die Abfahrt nach Arco hinunter, direkt auf die Zielgerade, der Allee vor dem ehemaligen Spielcasino in der historischen Altstadt.
Arco, ein beliebter Ferienort schon während der österreichisch-ungarischen Monarchie, bietet ein wahrhaft königliches Finale: Nach sieben Tagen, 781,71 Kilometern und 19.959 Höhenmetern wartet auf die Teilnehmer hier eine üppige Siegesfeier mit Pasta, Wein und den begehrten Finisher-Trikots.
Die Südtiroler Teilnehmer haben die Alpenüberquerung mit dem Rennrad in drei von fünf Kategorien gewonnen: Bei den Herren, in der Master- und Grand-Masters-Klasse.
Der Tagessieg ging an Stephan Unterthurner aus Marling und Silvano Janes aus Povo (TN). Die beiden Masterfahrer legten die Strecke in 2:58.05 Stunden zurück. Zwei Sekunden später überquerten die schnellsten Herren, Philip Götsch aus Dorf Tirol und Hanspeter Obwaller aus Salzburg, die Ziellinie. Mit 44 Sekunden Rückstand kamen Michael Tumler aus Meran und Ivo Zulian aus Soraga im Fassatal ins Ziel.
Herren
Philip Götsch und Hanspeter Obwaller haben mit fünf von sieben Etappensiegen die Gesamtwertung der Herren souverän gewonnen. Das beste Tour-Transalp-Duo hat die gesamte Strecke in 24:53.18 Stunden zurückgelegt. Mit einem Rückstand von 01:02.21 Stunden kamen Michael Tumler und Ivo Zulian auf den zweiten Rang, vor den drittplatzierten Österreichern Michael Schweiger und Markus Götz.
"Mit Philip als Partner kann man sich nicht mehr wünschen", sagt ex-Profi Hanspeter Obwaller. "Wir haben fünf Tagessiege eingefahren, das Wetter war schön und die Organisation perfekt". Philip Götsch gibt die Komplimente gleich zurück: "Ich hatte einen gleichwertigen Partner, der von Tag zu Tag besser wurde und das war ausschlaggebend für den Gesamtsieg. Es war meine dritte Teilnahme und ich bin gereift. Ohne Erfahrung kann man die Transalp nicht gewinnen", so der herausragendste Fahrer der Alpenüberquerung.
Masters (gemeinsam 80 Jahre)
Dritter Transalp-Sieg für Werner Weiss aus Eppan und Andreas Laner aus Gais. Zweimal (2008, 2009) hat das eingespielte Team bereits die Herrenwertung für sich entschieden, heuer mussten sie aufgrund ihres Alters in der Masterklasse starten (gemeinsam 80 Jahre) und haben wieder gewonnen. Weiss/Laner benötigten für die Alpenüberquerung mit dem Rennrad 25:42.21 Stunden. Nach 775 km und knapp 20.000 Höhenmetern distanzierten sie Stephan Unterthurner und Silvano Janes um 3.35 Minuten.
"Es war ein harterkämpfter Sieg", erklärt Werner Weiss, "denn wir waren mit sechs platten Reifen und zwei Stürzen in diesem Jahr vom Pech verfolgt". Am Ende hat es aber doch gereicht. Sein Partner, Andreas Laner, der überragende Fahrer der vergangenen zwei Jahre, will nun dem Rennsport ade sagen. "Der Rennsport lässt sich mit der Familie nicht mehr vereinbaren. Ich habe zwei kleine Kinder, die einen Papi brauchen und eine Frau, die einen Mann braucht". Die heutrige Saison will der Gaiser allerdings noch zu Ende fahren.
Grand Masters (gemeinsam 100 Jahre)
Bei den Grand-Masters haben Walter Platzgummer aus Naturns und Marco Poier aus Kurting vier von sieben Etappen gewonnen und sich damit in 26:47.41 Stunden den Gesamtsieg geholt. Für den Transalp-Routinier Platzgummer war dies die zehnte Teilnahme und der sechste Sieg, davon vier mit dem MTB und zwei mit dem Rennrad. Sein Partner, Marco Poier, bestritt die Transalp zum ersten Mal.
"Es war schon ungewohnt im Team zu fahren", erklärt Poier, der einer der besten Fahrer seiner Altersklasse in Italien ist. "Es war einer der schönstenb Siege", sagt Walter Platzgummer. Und weil wir als Sieger im nächsten Jahr einen freien Startplatz haben, werden wir wohl wieder teilnehmen müssen", so der 48jährige.
Mixed
Das SCOTT Ragazzi-Team, bestehend aus der starken Bozner Mountainbikerin Barbara Oberdorfer und dem Regensburger Stefan Thaller, belegte in der Mixed-Kategorie den zweiten Etappenrang und verteidigte damit auch den zweiten Platz in der Gesamtwertung (29:13.11 Stunden). Der Sieg ging an Claudia Till und Willi Herbst aus Deutschland (28:04.33).
Damen
Sabine Gandini aus Brixen, die mit Ihrer Teamkameradin Lisa Pleyer aus Österreich bis zur vierten Etappe nach Alleghe den zweiten Gesamtrang belegt hatte, konnte wegen eines Infektes nicht mehr weiterfahren. "Die Gesundheit geht vor", so Gandini, der die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand, weil sie körperlich in exzellenter Form war und einen Podestplatz im Visier hatte. "Ich hoffe, dass ich mich rasch erholen kann, weil ich in zwei Wochen ein schwieriges Bergrennen in den USA bestreiten werde", so die Bergspezialistin.