Südtiroler Archäologiemuseum

Das Südtiroler Archäologiemuseum liegt in der Bozener Altstadt in Südtirol. Das Museum nimmt der Mann aus dem Eis und seine Beifunde eine zentrale Stellung im Ausstellungsbereich ein. Es dokumentiert auf 1.200 m² den Mann aus dem Eis und seine Beifunde.

2011 jährte sich der einmalige Fund zum 20. Mal. Aus diesem Anlass wurde die Dauerausstellung zum Mann aus dem Eis auf drei Etagen ausgedehnt und um Ötzis Lebensumstände, die Forschungsergebnisse sowie um Fiktionen, Fragen und Kuriositäten rund um die Mumie erweitert.

Wer den Mann aus der Kupferzeit in natura erleben möchte ist im Südtiroler Archäologiemuseum am richtigen Ort.

In einer klimatisierten Zelle ist der mumifizierte Ötzi ausgestellt, in eigenen Schaukästen seine Beifunde. Die ledernen Beinkleider, die von den Besuchern schon mal leger als "leggins" bezeichnet werden, der Fellmantel, der Umhang aus Süßgras, der wohl als Regenschutz gedient haben dürfte und nicht zuletzt die sensationelle Axt, ein über 60 cm langes Beil, mit einer Kupferklinge, die zuerst gegossen und dann geschmiedet wurde.

Viele der im Eis konservierten Beifunde sind weltweit einmalig; ihre genaue Anfertigungsart oder Funktion war wegen des Fehlens organischer Reste bei vorherigen Funden nicht bekannt.

Die Entdeckung und die Bergung des Fundes werden zusätzlich zu den Schautafeln durch Videoprojektionen illustriert. Am Ende der Etage gibt ein Discovery Room die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und eine Rekonstruktion des Mantels von Ötzi zu probieren.

Text: Südtiroler Archäologiemuseum

Lost & Found. Archäologie in Südtirol vor 1919

Vom 2. April bis 17. November 2019

Die aktuelle Sonderausstellung im Südtiroler Archäologiemuseum. Durch die positive und gelungene Zusammenarbeit der Museen aus den alten Teilen Tirols, der heutigen Europaregion, sei es gelungen, eine große Anzahl herausragender archäologischer Funde wenigstens vorübergehend wieder in Südtirol beziehungsweise in Bozen auszustellen.

Die Anfänge der archäologischen Forschung in Südtirol liegen in der Zeit vor 1919. In den Jahrhunderten, die dem ersten Weltkrieg vorangehen, waren südlich der Alpen unzählige archäologische Funde ans Tageslicht gekommen. Viele von ihnen gelangten in private Sammlungen oder Museen außer Landes und wurden damit unerreichbar. Für die Sonderschau durchforstete das Südtiroler Archäologiemuseum Museumsdepots in aller Welt und trug bemerkenswerte und wertvolle Objekte aus dem heutigen Südtirol zusammen. Die meisten dieser Funde sind zuvor noch nie ausgestellt worden. Einige davon waren sogar der Archäologie unbekannt.

Die Erinnerung an den Vertrag von Saint-Germain (10.9.1919) und der damit verbundene Übergang Südtirols zu Italien veranlasste das Südtiroler Archäologiemuseum, weltweit nach Objekten zu suchen, die vor 1919 im südlichen Teil von Alttirol ausgegraben wurden.

Die beiden Kuratoren der Sonderausstellung, Andreas Putzer und Günther Kaufmann, beide Archäologen am Südtiroler Archäologiemuseum, wählten knapp 1000 archäologische Funde mit eindeutiger Provenienz aus alten Museumssammlungen in Südtirol, dem Trentino, aus Österreich, aus Museen in Bayern, Berlin und Heidelberg, Hamburg, Moskau, England sowie aus einem Museum in Nordamerika.

Die Gründe und die Wege, über welche archäologische Funde aus Südtirol in die verschiedensten Sammlungen gelangten, sind teils abenteuerlich, oft auch nicht mehr nachvollziehbar.

Was bleibt, ist ihre historische Bedeutung: die für die Sonderausstellung ausgewählten Objekte illustrieren eindrücklich das ganze Spektrum an handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten der lokalen Bevölkerung, die zwischen dem 4. Jahrtausend vor Christus (Neolithikum, Kupfer- und Bronzezeit) über die Eisen- und Römerzeit, sowie über das Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert nach Christus am Südrand der Alpen siedelte oder dort ihre Einflüsse hinterlassen hat.

Im Zentrum der Sonderausstellung stehen die wiederentdeckten Funde. Angelehnt an die historischen Schausammlungen des 19. Jahrhunderts werden sie nach ihrem aktuellen Aufenthaltsort geordnet gezeigt.

Die Sonderausstellung erschließt sich auf mehreren Ebenen. Kurze Zusammenfassungen erlauben einen schnellen Überblick. Bei vertieftem Interesse finden sich zahlreiche Zusatzinformationen. Ihre aktive Rolle in der Dokumentation antiker Funde führen einzelne, federführende historische Persönlichkeiten posthum auch in der aktuellen Sonderausstellung weiter. Animierte Bilder zitieren aus ihren Reiseberichten und erläutern ihr Studium archäologischer Funde auf dem Gebiet des heutigen Südtirol. Persönliche und unterhaltsame Geschicke und Missgeschicke bei ihrer Forschungstätigkeit werden den Ausstellungsgästen dabei nicht verschwiegen.

Die Sonderausstellung ist täglich außer montags von 10-18 Uhr zu besichtigen (in den Monaten Juli und August auch montags).

Zur Sonderausstellung erscheint ein umfangreich bebilderter Katalog.